11.08.2017

Nicht Smalls sondern Hrynko

Profilbild von Hrynko

Die Vorbereitungsphase auf die Saison 2017/18 begann für die Verantwortlichen der GISA LIONS SV Halle mit einer völlig unerwarteten und auch unangenehmen Überraschung. Neben Shumpert, Quinn und Djukic, die mit dem Team bereits fleißig ihre ersten Trainingsstunden absolviert haben, sollte eigentlich auch Monique Smalls am vergangenen Sonntag anreisen. Doch dazu kam es nicht. Hier die ganze Geschichte: Die Helfer und Mitarbeiter der GISA LIONS hatten alles vorbereitet, so dass sich die neuen Spielerinnen gleich in Halle wohlfühlen sollten. Der Fahrservice zum Flughafen war organisiert, da erhielt Headcoach René Spandauw noch am Samstag eine Email, die er wohl zwei- oder dreimal lesen musste, um sie richtig zu verstehen. Monique Smalls, die geplante Aufbauspielerin für die kommende Saison, sagte per Email ab, während sie bereits am Flughafen war. Die 26-jährige gab zu verstehen, dass sich ihre Prioritäten im Leben und im Basketball geändert hätten und sie nicht wieder als Profi spielen wollte. Sie fühlt sich demnach mental nicht in der Lage die Mannschaft zu führen. Gerade die Spielerin, die dem jungen LIONS-Team mit ihrer langjährigen Erfahrung Stabilität und Führung geben sollte, stand nun urplötzlich nicht mehr zur Verfügung. Dass Smalls nun mit sofortiger Wirkung ihre Karriere als aktive Spielerin beendet, war für Agent, Trainer und Geschäftsführung ein Schock. Zumal es bis kurz vor Abreise regelmäßig Kontakt zwischen Smalls , Agent, Spandauw und Demuth gab und sich nichts dergleichen andeutete. Das Timing für Smalls Entscheidung ist denkbar ungünstig, denn kurz vor Saisonbeginn ist es unheimlich schwierig einen adäquaten Ersatz zu finden, insbesondere wenn das neue Team bewusst um eine Spielerin aufgebaut wurde. Doch es blieb nichts anderes übrig als innerhalb kürzester Zeit nach eben diesem Ersatz zu suchen. René Spandauw nutzte das große Netzwerk aus seiner jahrelangen Erfahrung mit verschiedenen Agenten und Trainern rund um den Globus und konnte innerhalb von 48 Stunden einige interessante Kandidatinnen finden. Nach eingehender Video- und Statistikanalyse und vielen individuellen Gesprächen sowohl mit den Agenten und potentiellen Spielerinnen als auch unter den Verantwortlichen der GISA LIONS SV Halle fiel die Wahl auf Brittany Hrynko. Nach ihrer Zeit an der DePaul University, Chicago, war die 24-jährige Amerikanerin 2015 WNBA Draft und spielte anschließend in Israel und der Slowakei. Ihre letzte Station war Italiens Erstligamannschaft La Spezia, bevor sie eine Babypause einlegte. Jetzt will die Profispielerin wieder in ihren Beruf zurückkehren. Mit 1.73 m und einem unbedingten Spiel- und Siegeswillen soll sie nun die Pointguard-Position der GISA LIONS ausfüllen. Geschäftsführerin Dr. Cornelia Demuth ist trotz der schwierigen Situation erleichtert „Die Nachricht von Monique kam völlig unerwartet. Die letzten Tage waren deshalb von vielen Diskussionen begleitet. Dank Renés Suche konnten wir mit Brittany Hrynko schnell einen leistungsstarken Ersatz finden. Die junge Amerikanerin stellt sich einer besonderen Herausforderung bei der wir sie unterstützen werden. Wir hoffen, dass sie es dem Team sportlich zurückgeben wird.“ Auch Headcoach René Spandauw hat so etwas noch nicht erlebt und sagte zu der gesamten Situation: „Wie komisch es auch klingen mag, aber ich bin froh, dass Monique sich noch entschieden hat, bevor sie geflogen ist. Wenn sie hier nach kurzer Zeit ihre Entscheidung getroffen und dann gegangen wäre, wäre es noch viel schwieriger für uns geworden. Das Team hätte sich zusammengefunden und würde auseinandergerissen. Jetzt ist alles noch offen und es haben auch schon einige Spielerinnen im Training gezeigt, dass sie eine führende Rolle übernehmen können. Brittany Hrynko ist eine sehr vielseitige Spielerin, die uns und den Fans viel Freude bereiten kann.“ Bereits Ende nächster Woche wird Hrynko in Halle ankommen. Ein ausführlicher Bericht über Brittany erwartet Euch im Laufe der nächsten Woche.

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