22.10.2017

Im Strudel

Eine ganz bittere Niederlage mussten die GISA LIONS SV Halle am Samstagabend vor rund 450 Zuschauern hinnehmen. Während sich der TK Hannover in einen Rausch spielte, befanden sich die GISA LIONS eher in einem Strudel - einem Strudel aus Fehlwürfen, Ballverlusten und defensiven Stellungsfehlern. Mit 66:101 unterlagen die Gastgeberinnen und finden sich auf Platz 11 der Tabelle wieder.

Dabei hatte das Spiel so gut begonnen. Hellwach und aggressiv kamen die GISA LIONS an diesem 6. Spieltag aufs Feld. Sie überraschten Hannover mit einer Pressverteidigung, spielten schnell, druckvoll, konzentriert und lagen nach 5 Minuten mit 18:13 in Führung. Was danach passierte, ist bis jetzt sicher vielen unerklärlich. Hannover hatte sich mit eigenem schnellen Umkehrspiel und einer guten Quote aus der Distanz auf die Spielweise der GISA LIONS eingestellt. Sicher nichts Ungewöhnliches in der 1. planet photo DBBL, aber den GISA LIONS zog es komplett den Zahn. Angeführt von Melissa Jeltema legten die Gäste bis zum Ende des Viertels einen 1:20-Lauf vor und setzten sich auf 19:33 ab. In dieser Phase war es vor allem die Verteidigung, die bei den GISA LIONS unorganisiert und dadurch zu einfach zu überwinden war. Zu Beginn des 2. Viertels spielte Hannover weiter sehr sicher und fast fehlerfrei. Die GISA LIONS mühten sich Anschluss zu halten und mit einigen guten Verteidigungsaktionen, die zu schnellen Punkte führten, konnten sie sich auf 11 Punkte herankämpfen (31:42).  Da kam Jeltema von der Bank zurück aufs Feld und mit 5 schnellen Punkten läutete sie den nächsten Einbruch der GISA LIONS ein. Der war ähnlich tief, wie der in Abschnitt 1. Kein einziger Punkt gelang den Hallenserinnen, während Hannover traumwandlerisch traf (Trefferquote in Halbzeit 1 – 69 % aus dem Feld), flüssig spielte und auf 31:62 uneinholbar davon zog.

Was blieb für die 2. Halbzeit, war nur Ergebniskosmetik. Dafür taten die GISA LIONS in der Defensive viel. Sie gaben keinen Ball verloren und kämpfen tapfer gegen an diesem Abend nicht schlagbare Niedersächsinnen. Die blieben vor allem in Person von Jeltema höchstgefährlich, die gleich zu Beginn der zweiten Hälfte zwei Dreier einnetzte. Die GISA LIONS waren an diesem Abend schlicht zu ungefährlich. Das Reboundverhältnis wurde mit 28:40 verloren und auch gut erspielte Aktionen, fielen nicht durch die Reuse. Ein Beispiel dafür war, dass nur 16 der 40 Nahdistanzwürfe ihr Ziel fanden. „Wir haben wieder nicht das gespielt, was wir wollten. Und wenn der Gegner dann alles trifft, dann könnte man auch zu siebent auf dem Feld stehen, aber nicht gewinnen.“, resümierte René Spandauw beim Coachtalk nach der Partie.  Im letzten Viertel entschied sich der Headcoach dann, die jungen Spielerinnen der GISA LIONS spielen zu lassen. Die Profis blieben weitestgehend auf der Bank. Die Mädchen schlugen sich tapfer, begleitet von den Fans der GISA LIONS SV Halle und allen Zuschauern, die ihr Team bis zum Schlusspfiff lautstark unterstützten.

An dieser Pleite gibt es nichts schönzureden. Ein Ruck muss durch die Mannschaft gehen und sie muss sich vor allem selbst beweisen, dass sie es doch eigentlich kann, das Basketballspielen. Bereits am Mittwoch haben die Bundesligadamen die Chance dazu. Um 19:30 Uhr sind die Chemnitz ChemCats zu Gast in der ERDGAS Sportarena zur 2. Runde des DBBL-Pokals.

 

GISA LIONS SV Halle: Hrynko (23 Punkte/4 Rebounds/3 Dreier), Shumpert (11/2/-), Henningsen (14/-/2), Quinn (4/5/-), Kiejdrowska, Schinkel, L. (4/4/-), Djukic (2/1/-), Schinkel, J. (2/-/-), Pohlmann (4/5/-), Büschel (-/4/-), Kühn (2/-/-), Hanzàlek

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