Die Vorzeichen für das Spiel gegen Nördlingen standen denkbar schlecht. Milan Quinn und Khadijah Shumpert verletzten sich in Herne, Tijana Djukic knickte im Training in dieser Woche schwer um. Cherise Daniel und Jasmine Smith erhielten trotz großer Bemühungen des Managements noch keine Einsatzberechtigung. Einzig Neuzugang Nadja Prötzig und die nach ihrer schweren Ellenbogenverletzung wiedergekehrte Anna Hanzàlek verstärkten die GISA LIONS.

Doch mit Spielbeginn schienen diese Fakten nicht mehr wichtig zu sein. Es war ein ganz besonderes Gefühl in der ERDGAS Sportarena. Alles schien so viel enger zusammengerückt zu sein. Die Verletzten und noch nicht einsatzberechtigten Profis stärkten ihren Mitspielerinnen den Rücken, das Publikum peitschte das dezimierte Löwenrudel über 40 Minuten nach vorn und die 8 spielenden Damen gaben bis zum Schluss Vollgas, sodass man gar nicht merkte, dass viele Spielerinnen fehlten.

Doch von Beginn an – Inken Henningsen eröffnete mit einem erfolgreichen Dreipunktwurf die Partie für die GISA LIONS und das Publikum war spätestens ab diesem Zeitpunkt gefesselt. Leider konnten die Gäste schnell kontern und ihrerseits auf 10:3 davonziehen. Sollte die „jetzt erst recht“ – Stimmung nun kippen? Nein, die Löwinnen waren nicht beeindruckt. Jede spielte ihre Rolle perfekt. Die von Coach Steinwerth in dieser Woche forcierte Zonenverteidigung funktionierte und in der Offensive wurden immer wieder Lücken gefunden. An diesem Abend waren die GISA LIONS vom Gegner schwer auszurechnen. Immer wieder war es Brittany Hrynko die Akzente setzte und auch Kimberly Pohlmann schien entfesselt zu sein und verwandelte drei erfolgreiche Distanzwürfe. Unter den Körben ackerte Lena Büschel, die auch immer wieder für Pick and Roll Situationen gebraucht wurde. Das Spiel entwickelte sich in der ersten Halbzeit auf einem tollen Niveau. Bei den Gästen war vor allem Jennifer Schlott mit ihren schnellen Dreipunktwürfen gefährlich. So ging es mit 36:34 zugunsten der GISA LIONS in die Kabine. Head Coach Christian Steinwerth ließ seine Damen nach wenigen Minuten wieder aufwärmen, er wollte das positive Gefühl unbedingt bewahren. Und es ging weiter, das Löwenrudel kämpfte als Einheit und die Halle kochte. Zum Ende des 3. Viertels konnten dann die Nördlingerinnen immer wieder kurz die Führung übernehmen, doch auch das beeindruckte die Hallenserinnen nicht. Mit 57:56 ging es in den Schlussabschnitt. Die Verteidigung der Löwinnen war variabel, Christian Steinwerth trieb seine Spielerinnen weiter an, schnelle Wechsel zwischen Mann- und Zonenverteidigung verlangten den Angels alles ab. Janina Schinkel punktete zweimal spektakulär. Inken Henningsen und Laura Schinkel setzen den Aufbau der Gäste stark unter Druck und gewann früh Bälle zurück. Doch zwei Distanzwürfe der Nördlingerinnen brachten einen 5-Punkte Rückstand für die GISA LIONS. Die Löwinnen versuchten die Uhr anzuhalten und den Gegner an die Freiwurfline zu zwingen, doch die Rieserinnen behielten die Nerven und verwandelten sicher. Brittany Hrynko setzte mit einem Korbleger den Schlusspunkt zum 73:76 und das Spiel ging verloren. Doch alles war so anders, Tränen und Erstaunen mischten sich in der ERDGAS Sportarena. Alle Zuschauer schienen beeindruckt von dieser Leistung ihrer Mannschaft, die den GISA LIONS zwar abermals keine Punkte bescherte, aber allen zeigte was in diesem Team steckt.

Dieses Selbstbewusstsein möchten sich die Löwinnen nun bewahren und nach Hannover tragen. Noch sind sechs Spiele zu spielen und „jetzt erst recht“ ist das Motto der Stunde.

Für die GISA LIONS spielten:

Hrynko (32 Pkt., 10 Rebounds, 8 Steals), Pohlmann (11, 7, 2), L. Schinkel (11, 0, 0), Hanzálek, Henningsen (5, 5, 2), Prötzig (0, 1, 0), J. Schinkel (7, 3, 0), Büschel (4, 0, 1)