Daran hat sicher kaum jemand mehr geglaubt, aber die GISA LIONS SV Halle haben am Samstag Abend im vorerst letzten Erstligaspiel gegen die AXSE BasCats USC Heidelberg mit 69:66 gewonnen. Es war kein schönes Spiel, denn es war geprägt von Emotionen, die unterschiedlicher hätten nicht sein können. Auf der einen Seite die GISA LIONS, deren Liga-Aus bereits seit zwei Wochen feststand und die ihren Fans und sich selbst beweisen wollten, dass sie doch auch in Liga 1 gewinnen können. Auf der anderen Seite der Aufsteiger aus Heidelberg, der sich nur durch einen Sieg sicher vor dem Abstieg bewahren konnte.

Demnach waren die Gäste deutlich mehr unter Druck, während die GISA LIONS befreit spielen konnten. Diesen Umstand merkte man dem Spiel der Heidelbergerinnen insbesondere zu Beginn der Partie an. Es dauerte einige Minuten bis sie ihren Rhythmus gefunden hatten, diese Phase nutzen die GISA LIONS diesmal sehr gut aus. Ohne Brittany Hrynko starteten die Schinkel-Zwilinge im Spielaufbau, Kimmi Pohlmann, Milan Quinn und Khadijah Shumpert solide ins Spiel. Nutzten die Unsicherheit des Gegners und spielten als Team mit Kampf und Engagement eine 20:15 Führung heraus. Diesen Vorsprung hielten die Hallenserinnen bis zur Halbzeit aufrecht (39:34). Nach dem Seitenwechsel begannen die LIONS wieder konzentriert und bauten ihren Vorsprung aus. Aber die Heidelbergerinnen, für die es um alles ging, kamen zurück ins Spiel und wieder lagen die GISA LIONS nur mit 5 Punkten vorn (58:53). Beim Stand von 66:56 hatten sich die Löwinnen wieder einen guten Vorsprung erarbeitet. Doch danach passierte den LIONS ein Fehler nach dem anderen und die AXSE BasCats griffen nach ihrer Chance. Bis auf 66:65 kämpften sich die Gäste heran, ließen dabei aber viele Freiwurfpunkte liegen (45%, Anm. der Redaktion). Genauso erging es auch den LIONS, denen dann jedoch drei Punkte von der Freiwurflinie gelangen, hier ist besonders die Nervenstärke von Inken Henningsen anzumerken. Auch wenn der übermäßige Jubel verständlicherweise ausblieb, sah man den Spielerinnen und dem Trainer Freude über den so lang ersehnten Sieg an.

Am Ende einer unglücklichen Saison lagen für die beiden Teams „ein bisschen Freude“ für einen Sieg nach 12 Niederlagen (LIONS) und „trauriges Leid“ für einen Abstieg nach nur einer Saison Erstligazugehörigkeit (AXSE BasCats) ganz nah beieinander. Christian Steinwerth war nach dem Spiel erleichtert: „Ich bin stolz, dass trotz der aussichtslosen Situation am Ende ein Sieg steht. Uns ist ein kleiner Ausblick gelungen auf die Zukunft und die Jugend konnte überzeugen. Aber die Gegenwart – insbesondere Kimmi – waren ebenfalls Garant des Erfolges.“ Danke sagen die GISA LIONS SV Halle all ihren Sponsoren, Fans und Zuschauern für die Unterstützung in dieser Saison und wir hoffen, wir sehen uns alle in der nächsten Saison wieder. In den nächsten Wochen steht für die GISA LIONS eine umfangreiche Fehleranalyse an bevor die Weichen für den neuen Weg in der 2. Damenbasketballliga Nord gestellt werden.

GISA LIONS SV Halle: Quinn (20 Punkte, 15 Rebounds, – Dreier), Henningsen (12/2/2), L. Schinkel (10/3/-), J. Schinkel (9/1/-), Smith (8/11/-), Shumpert (8/2/-), Pohlmann (2/10/-), Büschel, Prötzig, Djukic