VON FRANZISKA SEIFERT

Den GISA LIONS SV Halle gelangen am Freitagabend in der ERDGAS Sportarena gleich mehrere Erfolge. Der Wichtigste war natürlich der Sieg, aber auch dessen Art und Weise und der Nachweis des unbändigen Willens und damit verbunden das Vertrauen in die eigene Stärke waren die kleinen großen Triumphe des Abends. Mit 69:42 holten sich die Hallenserinnen vor 600 begeisterten Zuschauern (Danke für diesen Saisonrekord!) die zweite Halbfinalpartie gegen die Bergischen Löwen und bewahren sich die Chance auf den Finaleinzug beim Entscheidungsspiel am morgigen Sonntag.

Der Schlüssel zum Sieg war von Beginn an die Verteidigung. Als geschlossene Einheit schafften es die Löwinnen die Topscorerin der Bergischen Löwen, Kristina Puthoff-King, völlig aus dem Spiel zu nehmen. Wo immer sie den Weg zum Korb suchte, waren schon LIONS-Spielerinnen da. Am Ende konnte sie nur einen ihrer 16 Würfe verwandeln. Auch den anderen Gegnerinnen erlaubten die GISA LIONS wenig freie Würfe, was sich auch in der Wurfstatistik (23 % aus dem Feld, Anm. der Redaktion) widerspiegelt. Und weil die halleschen Mädels am Freitag hellwach und voller Siegeswillen waren, holten sie sich auch deutlich mehr Rebounds und Steals. Schon im ersten Viertel legten die GISA LIONS den Grundstein für den Sieg. Angeführt von Dimitra Kampouraki und Christin Mercer, die beide sowohl offensiv als auch defensiv überzeugen konnten, ging der erste Spielabschnitt mit 20:5 an die Hausherrinnen. Im zweiten Viertel ging der Spielfluss dann etwas verloren. Mit Pech im Abschluss (besonders bei den Distanzwürfen) und etwas aggressiveren Gegnerinnen gestaltete sich das Viertel ausgeglichen, so dass beim 32:17 die Seiten gewechselt wurden. Im dritten Viertel spielten dann die Centerinnen der GISA LIONS groß auf. Christin Mercer war kaum zu stoppen, Barbora Kasparkova ackerte in der Defense und verteilte Assists und Jelena Budimir schnappte sich einen Rebound nachdem anderen (am Ende hatte sie 7 Defensiv- und 7 Offensivrebounds) und steuerte wichtige Punkte bei. Mit einer 19-Punkte-Führung gingen die GISA LIONS ins letzte Viertel und kaum jemand zweifelte noch am Sieg, zu deutlich war die Körpersprache beider Teams zu diesem Zeitpunkt. Headcoach José Araujo setzte alle Spielerinnen ein und war nach dem Spiel sichtlich erleichtert darüber, dass seine Damen die Halbfinalspiele zum 1:1 ausgleichen konnten.

Doch in den Play-Offs bleibt keine Zeit für ausgiebige Feiern. Für die GISA LIONS heißt es nach dem Sieg vor dem Spiel und das wird wieder eine „DO OR DIE“-Partie. Die Konzentration muss jetzt voll auf das Spiel in Bergisch-Gladbach gelenkt werden. Tip-Off für den Kampf um den Finaleinzug ist am 07.04.2019 um 15.30 Uhr im Schulzentrum Herkenrath. Wie schwer es ist dort gegen die Bergischen Löwen zu gewinnen, haben die Hallenserinnen nun bereits zweimal in dieser Saison erlebt. Wir hoffen, dass es beim dritten Versuch klappt und die GISA LIONS sich den nötigen Sieg erkämpfen können. Wie es geht, wissen also beide Teams – nun bleibt die Frage: „Wer will es ein kleines bisschen mehr?“  LET’S GO LIONS!

GISA LIONS SV Halle (Punkte/Rebounds/Dreier): Mercer (21/5/-), Kampouraki (17/3/1), Budimir (13/14/-), Kasparkova (8/6/-), J. Schinkel (5/4/1), Katzlauskaite (3/7/-), Hebecker (2/-/-), L. Schinkel (-/1/-), Heinicke (-/1/-), Kühn,