Das Wichtigste vorab – das sportliche Saisonziel wurde verfehlt. Die Finalteilnahme sollte es sein und am Ende fehlte es den GISA LIONS in der entscheidenden Partie an Nervenstärke. Man hatte sogar mit dem direkten Wiederaufstieg geliebäugelt, doch es kam anders. 

Nach dem Abstieg aus der 1. DBBL, dem Wechsel von Christian Steinwerth nach Braunschweig und der Veränderung in der Geschäftsführung der Halle LIONS Basketball GmbH, stand die Organisation vor einem „Reset.“ Der ehemaligen Geschäftsführerin Dr. Cornelia Demuth und Ihrer – nun hauptamtlichen – Nachfolgerin Lysann Karies gelang es gemeinsam im Juni 2018 den neuen Headcoach José Araujo zu verpflichten. Kurz zuvor wurde Sebastian Tempel als sportlicher Leiter eingesetzt.

Mit dem Engagement von José Araujo konnte das Team zusammengestellt werden. Eine Basis der Planung war eine Analyse von Christian Steinwerth, die den Verantwortlichen half, einen besseren Einblick in die 2. DBBL zu erlangen. Eine Kernaussage dieses Papiers war eine nachvollziehbare Darstellung, dass man mit Janina und Laura Schinkel, Lena Büschel und auch Celina Kühn bereits ein Quartett in seinen Reihen hatte, welches wichtige Rollen im neuen Team übernehmen kann. 

So war die Prämisse dieses Quartett mit Profispielerinnen zu ergänzen, die sich als Rollenspielerinnen ins Team einfügen können. Es wurde bewusst auf „Stars“ verzichtet. Nächster wichtiger Baustein war die Verpflichtung von Elisa Hebecker, der die Rolle der Kapitänin übertragen wurde, welche sie auch abseits des Feldes mit Bravour erfüllte.

Ergänzt wurde die Mannschaft mit vier weiteren Spielerinnen aus dem Nachwuchs des SV Halle, Leonie Wackermann, Lina Heinicke, Vivien Friedenberger und Vivian Müller, mit der Prämisse ein intensives Training zu ermöglichen. 

José Araujo nahm die Arbeit mit dem Team auf, machte erste Erfahrungen und die Spielerinnen gewöhnten sich an ihren neuen Coach. 

Nachdem die ersten Ligaspiele absolviert waren, war eines zu sehen – die Liga ist stärker als im letzten Jahr und stärker als von uns in dieser Saison erwartet. Die Niederlage bei den Bergischen Löwen (in der letzten Saison erst am letzten Spieltag vor dem Abstieg aus der 2. DBBL gerettet) zu Saisonbeginn und das Ausscheiden im Pokal gegen Osnabrück unterstrichen diesen Fakt.

Somit war klar, die Mission #wirkommenwieder ist ein Weg der lang und hart werden würde. 

Über die Saison zeigte sich eine insgesamt positive Entwicklung. Das Team wuchs mehr und mehr zusammen, die Mannschaft spielte als solche. Kurz vor der Weihnachtspause wurde eine erste Bilanz gezogen. Zwei Niederlagen standen in den Büchern und der Abstand zum Spitzenreiter aus Osnabrück war zu spüren. Einen Wechsel im Kader diskutierten die Verantwortlichen. Jalea Bennett stand zur Debatte, doch man wollte der jungen Amerikanerin Vertrauen schenken und entschied sich dafür keinen Austausch vorzunehmen. Nach dem Rückzug während des Jahreswechsels von Lena Büschel, die Studium und Bundesliga Basketball nicht mehr ihren Ansprüchen genügend verbinden konnte, war man kurz vor Wechselfrist jedoch gezwungen zu reagieren. Jelena Budimir hieß die Lösung. Die 33-jährige fand sich schnell in das Team ein, gab noch einmal einen Schub an Erfahrung und war mit ihrer Größe natürlich ein zusätzlicher Faktor im Spiel der GISA LIONS. 

Im Januar wurde ein weiterer Aspekt deutlich, die Schinkel-Schwestern, die zu Beginn der Saison die längste Anlaufzeit mit dem neuen Head Coach benötigten, kamen immer besser „ins Laufen.“ Defensiv überzeugten sie und auch offensiv setzten sie viel häufiger Akzente. 

„Wir, wie auch Laura und Janina hätten uns natürlich noch mehr Spielzeit für beide gewünscht, doch auch das ist ein Prozess. Wir sind davon überzeugt, dass sie einen großen Schritt nach vorn gemacht haben. Verantwortung kann man nicht übergeholfen bekommen, man muss sie erlernen und seine Erfahrung damit machen – das müssen wir als Management mitnehmen“, sagte der sportliche Leiter Sebastian Tempel. „Die reine Spielzeit sagt nichts über Qualität, wichtig ist, wann gespielt wurde und wer vom Gegner auf dem Feld stand. Laura, Janina und auch Celina haben oft überzeugt, in wichtigen Situationen Impulse gesetzt und vor allem defensiv sehr viel richtig gemacht. Wir sind froh über ihre Entwicklung“, fügte er hinzu.

Nach einer knappen Niederlage in Osnabrück, einem überzeugenden Auftritt gegen die Bergischen Löwen und einer ärgerlichen Pleite in Rotenburg zog man als Drittplatzierter in die Playoffs ein. Dort zeigte sich, dass der Mannschaft jemand fehlte, der nervenstark und „abgezockt“ brenzlige Situationen meistert. Diesen Fehler sucht Sebastian Tempel bei sich: „Ich habe diese Situationen nicht kritisch genug bewertet, wir haben immer auf die Stärke des Teams gesetzt und dabei vergessen, dass keine unserer Spielerinnen ein echter so genannter „go to guy“ ist. Solch eine Spielerin hätten wir insbesondere in den Playoffs gebraucht.“ 

Der Ausgang der Saison ist bekannt. Doch neben den sportlichen Zielen sollte auch ein neues Team geformt und ein neues Gefühl des „WIR“ geschaffen werden. Ein toller Indikator, dass dies gelungen ist, sind die Reaktionen der Fans, die Unterstützung der Sponsoren und die Beiträge der Löwinnen in den sozialen Netzwerken. „Wir möchten den begonnen Weg weitergehen, wir wollen die Mannschaft weitestgehend zusammenhalten und mit der gleichen Hingabe die Mission #wirkommenwieder ab August fortsetzen“, sagt Geschäftsführerin Lysann Kairies. Bevor es soweit ist, werden sich die Verantwortlichen nicht scheuen, eine Analyse vorzunehmen. Alle Beteiligten sind ausreichend reflektiert, zum einen aus Fehlern zu lernen, aber auch die positiven Signale zu nutzen, um es in der Zukunft besser zu machen. 

Eine Entwicklung, die man nicht nur den Spielerinnen zugestehen sollte, sondern auch dem Management nach einer Saison, die nicht alle Träume erfüllte, aber ein erster großer Schritt in die richtige Richtung war.

Das Management der GISA LIONS bedankt sich bei der Mannschaft und dem Trainerteam, dem organisatorischen und medizinischen Stab, den Helfern, dem Vorstand und den Mitgliedern des Trägervereins, den Fans, den Trainern und Verantwortlichen im Nachwuchsbereich, den Agenten, den Sponsoren, den Fotografen und Medienvertretern, den Gastgebern der Auswärtsspiele, den Busfahrern, bei den Kampf- und Schiedsrichtern und allen anderen die die GISA LIONS SV Halle in dieser Spielzeit begleitet haben.