Mitteldeutsche Zeitung vom 16.05.2019, Seite 14
Jose Araujo steigt mit den Lions in die erste Liga auf. (Holger John)

HALLE/MZ Tapfer hielten die Gisa Lions an ihrem selbstgegebenen Motto fest: „Wir kommen wieder“, betonte der hallesche Basketball-Klub auch nach dem sportlich verpassten Wiederaufstieg in die erste Bundesliga. Am Mittwoch stand fest: Die Lions kommen tatsächlich wieder. Durch die Hintertür. Weil Erstligist Chemnitz das finanziell anspruchsvolle Unternehmen Oberhaus nicht mehr stemmen kann, übernehmen die Lions das Teilnahmerecht. „Wir haben nicht mehr damit gerechnet, planen aber natürlich gern um“, sagt Geschäftsführerin Lysann Kairies.

Der Ligentausch zwischen Halle und Chemnitz soll Teil einer größeren Zusammenarbeit vor allem im Nachwuchs sein. Die beiden Klubs wollen einen Kooperationsvertrag abschließen, der Talenten in Mitteldeutschland eine Perspektive geben soll. Ein naheliegendes Modell: Talente aus Halle und Chemnitz erhalten bei den Chemcats in der zweiten Liga erste Spielpraxis, ziehen bei entsprechender Entwicklung dann nach Halle in die erste Liga weiter. „Das ist denkbar“, sagt Kairies.

Neben der Ausarbeitung der Kooperation gilt es für die Lions nun aber vor allem einen erstligatauglichen Kader zusammenzustellen. „Wir wollen natürlich nicht gleich wieder absteigen“, betont Kairies. Dafür müssen im ersten Schritt die finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden. Für das Unterhaus haben die Lions mit einem Etat von 200 000 Euro geplant. „Für die erste Liga brauchen wir aber 300 000 Euro“, so Kairies. Es gebe bereits positive Signale der Sponsoren.

Damit soll ein schlagkräftiges Team zusammenstellt werden, das weiterhin von José Araujo trainiert wird. Der Portugiese hat seinen Vertrag verlängert. Trotz des enttäuschenden Halbfinal-Aus in den Aufstiegsplayoffs soll auch der Kern der Mannschaft gehalten werden. „Die sportlich Qualität war da, das Team konnte nur mit den Druck nicht umgehen“, verteidigt Kairies die Strategie. „Auf dem Teamgefüge kann man aber aufbauen.“

Bleiben sollen Laura und Janina Schinkel, Elisa Hebecker und Celina Kühn. Dazu die US-Amerikanerin Christin Mercer, die Tschechin Barbora Kasparkova und die Griechin Dimitra Kabouraki. Kommen sollen drei bis vier erstligaerfahrene Akteurinnen. „Wir sind an mehreren Spielerinnen aus Deutschland und dem Ausland dran“, sagt Kairies. So bemüht sich Halle um die Rückkehr von Flügelspielerin Inken Henningsen. Die wichtigste Personalie wird aber eine starke Aufbauspielerin sein. Die fehlte vergangene Saison.