Foto: Carola Stolze

VON FRANZISKA SEIFERT

In den letzten beiden Spielzeiten standen sich die beiden Raubkatzen-Teams insgesamt viermal gegenüber. Nach drei Niederlagen gelang dem Team von José Araujo endlich ein Sieg und noch dazu ein so wichtiger! Am 9. Spieltag der 1. DBBL gewannen die GISA LIONS mit 62:59 gegen die GiroLive- Panthers mit einem unglaublichen 3-mal 3-Punkte-Finish.

Zunächst sah es jedoch nicht so aus, als würden die Löwinnen ihren beiden Co-Trainern Tobi Heinig und Kiko Rothes ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk machen können. Magere acht Punkte hatten die Hallenserinnen nach 10 Minuten auf der Habenseite, Osnabrück bereits 17. Und die Ursache war nicht unbedingt ein schlechtes Offensivspiel als viel mehr die Abschlüsse. Gut herausgearbeitete Nahwürfe wollten einfach nicht durchs Netz gehen. Nur einer von acht Nahdistanzversuchen war erfolgreich. In Viertel 2 hatten die GISA LIONS dann Ihre Nervosität abgeschüttelt und brachten sich eindrucksvoll ins Spiel zurück. Maßgeblich war hier der Einsatz von Kapitänin Elisa Hebecker, die ihre 7 Punkte in diesem Abschnitt erzielte. Mit 25:24 war das Spiel zur Halbzeit wieder völlig offen. Nach der Pause entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit ständig wechselnder Führung. In dieser Phase zeigten sich die Löwinnen mit gutem Teamspiel und Centerin Christin Mercer hatte auch endlich wieder Erfolg unterm Korb und steuerte sowohl wichtige Punkte als auch Rebounds und Assists bei. Bei den Osnabrückerinnen waren es insbesondere Jenny Strozyk und Kata Takács, die immer wieder Punkte im LIONS-Korb versenkten. Das 4. Viertel begann beim Stand von 43:43 ausgeglichen. Es blieb wie erwartet spannend und beide Teams schenkten sich nichts. Bei fünf Minuten Restspielzeit brachte Osnabrückerin Brittany Carter ihr Team mit 51:50 in Front. Kurz danach traf Inken Henningsen ihren zweiten Dreier zum 53:51. Danach spielten die Löwinnen plötzlich gehemmt. Spielzüge wurden einfach nicht abgeschlossen und in der Verteidigung agierten sie übermotiviert, was viele Fouls, darunter ein unsportliches, zur Folge hatte. Als Gästespielerin Carter ihren 24-Sekunden-Buzzer-Dreier zum 53:59 einnetzte, ahnte man auf den Zuschauerrängen schon Böses. José Araujo nahm nun die dringend notwendige Auszeit. Auf den Sitzen hielt es in der ESA zu diesem Zeitpunkt schon lang niemanden mehr. Angefeuert von frenetischen Gesängen und lautem Trommelschlag, fanden die Löwinnen ihren Siegeswillen wieder und Inken Henningsen verwandelte nach einem schön herausgespielten Angriff aus der Ecke ihren dritten Dreier zum 56:59. Gute Verteidigung brachte die Löwinnen ohne Gegenpunkt in Ballbesitz und wieder landete der Ball bei Schützin Henningsen. Der Ball ging zwar daneben, aber sie holte sich Ihren eigenen Offensivrebound und der Ball kam zu Cori Coleman, die von der Dreierlinie einen echten Glückstreffer verwandelte. Die Halle sprühte Funken und 51.7 Sekunden vor Schluss nahm nun Osnabrück beim Stand von 59:59 die Auszeit. Die Osnabrückerinnen brachten Centerin Brianna Rollerson in gute Position, die durch Foul gestoppt werden musste. Die sonst so sichere Schützin der Panthers hatte einen gebrauchten Tag erwischt und verwarf beide Freiwürfe. Danach wechselte der Ballbesitz noch zweimal ohne Punkte bis bei 14 Sekunden auf der Uhr José Araujo seine letzte Auszeit nahm. Der folgende Angriff war für Cori Coleman geplant und die Amerikanerin wurde ihrer Verantwortung eindrucksvoll gerecht. Sie verwandelte wieder einen schwierigen Dreipunktwurf und die GISA LIONS lagen bei 6.6 Sekunden mit drei Punkten in Führung. Der letzte Wurf der Gäste verfehlte sein Ziel. Danach gab es nur noch pure Freude und der hallesche Basketballabend war perfekt.

Für José Araujo war es das erwartet schwere Spiel und er zeigte sich nach dem Spiel erschöpft, erleichtert und glücklich über diesen wichtigen Sieg: „Wir hatten ein taffes Spiel erwartet. Die Panthers spielen bisher eine großartige Saison und dazu kann man Coach, Team und Umfeld in Osnabrück nur gratulieren. Am Anfang des Spiels haben wir in der Offensive sehr ängstlich agiert, aber in unserer Defense haben wir konstant gut gearbeitet. Am Ende haben unsere Spielerinnen dann wirklich den richtigen Siegeswillen gezeigt. Und ja, wir hatten am Ende das Glück auf unserer Seite. Aber in so einer Situation Glück zu haben, bedeutet vorher auch harte Arbeit. Wir möchten uns hier nochmal ganz herzlich bei unseren Fans für ihre tolle Unterstützung bedanken!“

In den Wochen bis zur Weihnachtspause begeben sich die GISA LIONS nun auf Reisen. Am übernächsten Wochenende geht es zu den XCYDE Angels nach Nördlingen (08.12.2019, 16.00) und anschließend am 15.12.19 nach Göttingen (16.00 Uhr). Das nächste Heimspiel findet dann im neuen Jahr am 12.01.2020 gegen Marburg wie immer um 16.00 Uhr in der ERDGAS Sportarena statt.

Let´s go GISA LIONS.

Für die GISA LIONS SV Halle: Coleman (22 Punkte /6 Rebounds /5 Dreier), Mercer (12/7/-), Henningsen (9, 3, 3), Korinek (9/7/1), Hebecker (7/1/1), Kasparkova (3/8/-), L. Schinkel (-/3/-), Kampouraki (-/4/-), J. Schinkel, Belusova, Budimir, Heinicke