Foto: Carola Stolze

VON FRANZISKA SEIFERT

Ein Befreiungsschlag oder ein vorsichtiger Schritt in die richtige Richtung … – das sehen wir in den kommenden Wochen, aber wie auch immer, die GISA LIONS SV Halle haben es geschafft und in einer packenden Partie mit Kampf und Teamgeist die inexio Royals Saarlouis mit 77:68 besiegt. Nach 20 Minuten lagen die Löwinnen 34:37 zurück und die Hoffnung der Hallenser Fans auf den so dringend benötigten Sieg war noch sehr verhalten, aber sie wurde in der 2. Halbzeit genährt und spätestens 5 Sekunden vor Schluss war es dann soweit – das GISA LIONS-Team, das Management und alle Unterstützer und Fans der GISA LIONS konnten sich über den 4. Saisonsieg freuen.

Das Spiel startet ausgeglichen mit leichten Vorteilen für Saarlouis. Das Team aus dem Saarland war in dieser Saison häufig verletzungsbedingt dezimiert. Heute stand eine komplette Mannschaft auf dem Parkett und Trainer Marc Hahnemann begann zeitig zu wechseln, was das Spiel der Gegnerinnen sehr vielseitig und schnell machte. Die Löwinnen waren jedoch kampfeswillig, konnten zwar nicht immer einfach punkten, aber durch gute Reboundarbeit die Partie ausgeglichen gestalten. 9:11 stand es, bevor sechs schnelle Punkte für eine Neun-Punkte-Führung der Gäste sorgten und José Araujo seine erste Auszeit nahm. Trotz dessen blieb es bei der Führung der Royals und sie konnten das 1. Viertel mit 23:14 für sich entscheiden. Im zweiten Viertel plätscherte das Spiel zunächst vor sich hin, bevor durch einen Dreier von Neuzugang Sznezana Aleksić ein Ruck durch das hallische Team ging. Das Spiel wurde deutlich intensiver. Gute Aktionen von Christin Mercer und Jordan Korinek brachten die Löwinnen bei 31:32 wieder in Schlagdistanz. Mit einem Drei-Punkte-Rückstand ging es in dann die Halbzeitpause. Was sich dann in den ersten drei Minuten der 2. Halbzeit abspielte, sieht man auch selten in der 1. DBBL. Insgesamt fünf Dreier versenkten die beiden Kontrahenten und schenkten sich dabei keinen Zentimeter Raum. Die Spielintensität war hoch und beim 49:49 (nach 25 min) war die Partie völlig offen. Angetrieben von Hebecker, Aleksić und Coleman holten sich die Löwinnen mit gutem Teamspiel und intensiver Verteidigung zum Ende des dritten Viertels verdient eine knappe 58:56-Führung. Die ersten beiden Minuten des letzten Spielabschnitts waren plötzlich auf beiden Seiten sehr verhalten – das entpuppte sich jedoch nur als Ruhe vor dem Sturm. Bei 7:50 min auf der Uhr glich Ilmberger für Saarlouis noch einmal aus, bevor Barbora Kaśparkova mit unbändigem Drang zum Korb dem Spiel ihre Signatur gab. Mit sechs Punkten in anderthalb Minuten brachte sie die Hallenserinnen mit 64:59 in Front. Saarlouis reagierte mit einer Auszeit, aber nun hatten die GISA LIONS sichtlich Spaß am Fight um die Punkte und ließen die Gegnerinnen nicht mehr näher heran. Beim 73:68 hatte Royals-Spielerin Anderson einen Dreier auf der Hand, der gefährlich hätte werden können, aber mit einem aufopferungsvollen Block, bei dem sie sich auch noch am Knie verletzte, verhinderte Chris Mercer diese Gefahr und am Ende war nur noch Freude in der ERDGAS Sportarena in Halle.

José Araujo war sichtlich erleichtert nach dem Spiel: „Das war so ein wichtiges Spiel für beide Teams – fast wie ein Finale – und beide Mannschaften haben entsprechend hart gekämpft. Wir wussten um die Wichtigkeit. Ich bin sehr froh darüber, wie wir mit der Situation und dem Spielverlauf umgegangen sind. Saarlouis hat sehr stark begonnen, aber uns ist ein starkes Comeback gelungen und dann haben wir nicht aufgehört für unser Ziel zu kämpfen. Die Royals haben sehr gut gespielt und sind mit ihren neuen Spielerinnen und dem neuen Coach ein gut aufgestelltes Basketballteam. Nicht zuletzt möchten wir uns als Team sehr bei unseren Fans für den tollen Support bedanken. Wir haben für sie gespielt und sie haben uns großartig unterstützt – wir können uns nicht genug bedanken.“

Die Löwinnen verlassen durch diesen Erfolg die Abstiegsränge wieder und starten in den kommenden Spieltag von Platz 10 der Tabelle. Dieser führt sie am 09.02.2020 zum TK Hannover. Bis dahin heißt es die Energie und das Teamspiel aus diesem Heimsieg konservieren und weiterentwickeln.

Let´s go GISA LIONS.

Für die GISA LIONS SV Halle: Coleman (20 Punkte /6 Rebounds /3 Dreier), Korinek (17/7/2), Mercer (15/10/-), Aleksic (10/12/2), Kaśparkova (10/1/-), Hebecker (5/4/1), Henningsen, Budimir, L. Schinkel, Beluśova, J. Schinkel