Foto: Andrea Heise

VON FRANZISKA SEIFERT

Am Samstag war es endlich soweit, die GISA LIONS durften erstmals in dieser Saison in der ERDGAS Sportarena spielen. Der Ausdruck „vor heimischer Kulisse“ kann aufgrund des fehlenden Publikums leider nicht verwendet werden. Dennoch gingen die Löwinnen hochmotiviert in ihr 4. Spiel gegen die flippo Baskets aus Göttingen. Doch die eigene Motivation reichte auch an diesem Abend nicht für den ersten Sieg in der noch jungen Saison. Noch nicht…, denn trotz der 64:71-Niederlage machen einige Aspekte des Spiels Mut zur Hoffnung, dass in dieser Saison die wichtigen Siege zum Klassenerhalt geholt werden können.

Doch der Reihe nach: Die GISA LIONS erwischten einen guten Start, verteidigten gut, und lagen schnell mit 4:0 in Führung, aber aufgrund einiger vergebener freier Würfe verpassten sie es, die Führung substanziell auszubauen. Das ermöglichte den Göttingerinnen ihre Startverzögerung unbemerkt zu überwinden und mit den Gastgeberinnen gleich zu ziehen. Nach 10 Minuten stand es 12:13. Bis zum 15:15 war aus Sicht der Löwinnen alles im Lot. Der Spielfluss war zwar nicht ideal, aber der Einsatz stimmte und das Rebounding war im Vergleich zur Vorwoche an diesem Abend eine Stärke. Das vor sich hin plätschernde Spiel gefiel jedoch einer Göttinger Spielerin gar nicht. Aufbauspielerin Jennifer Crowder warf ihren Turbo an, zog eins ums andere Mal energisch zum Korb und brachte ihr Team mit eigenen Freiwürfen oder guten Pässen auf freie Mitspielerinnen, vor allem für Roscoe und Dzankic, die dann treffsicher verwandelten, in Schwung. Den Löwinnen gelang es in dieser Phase einfach nicht, die eigenen zum Teil sehr gut herausgespielten freien Chancen im Korb unterzubringen und dadurch den Lauf (14:0) der Gäste zu stoppen. Auch die Verteidigung war jetzt lückenhaft und trug nicht gerade zur Verbesserung des Selbstbewusstseins bei. Trotz zweier Auszeiten von Headcoach Peter Kortmann und Wechsel in der Defense, brachten die Göttingerinnen ihren Vorsprung souverän in die Halbzeitpause (27:42). In dieser Phase des Spiels schmerzte es besonders, dass Spielmacherin und Leistungsträgerin Eilidh Simpson aufgrund einer leichten Muskelzerrung nur mit halber Kraft spielen konnte. Also mussten andere Spielerinnen her, die Verantwortung für die Löwinnen übernahmen. Und solche fanden sich dann auch in Halbzeit 2. Im dritten Viertel konnten die GISA LIONS den Rückstand sukzessive verkürzen. Dies lag insbesondere an der konzentrierteren Defense und einem beachtlichen 11:0 Lauf von 33:51 zum 44:51. Einen wichtigen Anteil hatte hier Barbora Kasparkova, die um jeden Ball kämpfte und immer wieder energisch zum Korb zog. Der letzte Abschnitt startete beim Stand von 44:53. Die ersten beiden Punkte gelangen zwar wieder den Gästen, aber mit dem Dreier von Laura Schinkel zum 47:55 keimte Hoffnung auf eine Siegchance auf. Und diese Hoffnung trug dann Charlotte Kreuter für ihr Team weiter. Die 20-Jährige nahm sich ein Herz und zog immer wieder zum Korb und stellte die Göttinger Verteidigung vor eine unerwartete Aufgabe. Spätestens beim nächsten Dreier von Laura Schinkel zum 55:59 war das Spiel wieder offen. Kreuter verkürzte kurz danach mit zwei verwandelten Freiwürfen sogar auf 58:61. Leider war dies das Ende der Aufholjagd. Bei den Göttingerinnen war es wieder Jennifer Crowder, die Verantwortung übernahm. Ihre Feldpunkte, Freiwürfe und Assists führten zur erneuten 60:69-Führung, während die GISA LIONS mit zwei verworfenen Korblegern und unnötigen Ballverlusten ihr Chance das Spiel zu drehen vergaben.

In den kommenden Spielen müssen es die Löwinnen schaffen, alle Kräfte zu bündeln und jede einzelne Spielerin muss versuchen ihr Optimum aufs Feld zu bringen. Wenn es dann noch gelingt, die einfachen Körbe zu verwandeln und sich für gute Spielzüge zu belohnen, wird der erste Sieg nicht lange auf sich warten lassen.

Die nächste Chance dafür hat das Team von Trainergespann Kortmann/Rosanke am kommenden Sonntag wieder auswärts. Am 2. Advent und Nikolaustag geht es für die GISA LIONS nach Osnabrück zu den Giro live Panthers. Bis dahin heißt es für die Hallenser Basketballerinnen weiter ackern und Stück für Stück die Baustellen beenden, um sich einen stabilen Weg zum ersten Sieg zu erarbeiten.

 

GISA LIONS SV Halle: Kasparkova (16 Punkte/ – Dreier/6 Rebounds), L. Schinkel (12/2/4), Huff (9/-/2), Kreuter (9/-/2), Grudzien (6/-/6), Nash (4/-/7), Simpson (3/1/4), White (3/-/3), Kleine-Beek (2/-/3), J. Schinkel, Oswald, Stawinska